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Gemeindegeschichte

Rádlo

Erste Erwähnung über Rádlo ist von 1419, wenn das Kloster in Mnichovo Hradiště verkaufte Jindřich von Wallenstein ausser anderem auch die Pfarre Rychnov mit Rádlo um 500 Kuppen tschechischer Groschen. Milíře sowie Dobrá Voda sind erst im 17. Jh erwähnt.
Gemeindegeschichte RádloVor dem Jahre 1848 gehörte Rádlo zur Herrschaft Svijany und der Pfarre Rychnov. Die Ortschaft Milíře (Gemeinde Jeřmanice) gehörte zur Herrschaft Starý Dub und der Pfarre Jeřmanice. Dann wurde Rádlo Bestandteil des Gerichts- und politischen Bezirks Jablonec n.N.,die Ortschaft Milíře, zusammen mit Jeřmanice, gehörte zum politischen und Gerichtsbezirk von Liberec.

Das Theresienkataster gibt an, es gaben in Rádlo 25 Hausherren, Mühle mit Sägewerk und die Einwohner lebten von Landwirtschaft, Weberei und Frachtfuhrwesen.

Gemeindegeschichte RádloRádlo, das nah zur Strasse von Turnov nach Liberec lag, lieferte auch beträchtliche Menge von Getreide auf dortige Märkte. Die Ernährung gewährten auch die umliegenden Wälder. 1675 gab es hier ein Papierwerk an Mohelka, später Grossmann-Edelsteinschleiferei (Nr. 222). An Mohelka gab es hier auch ein Paar Mühlen, später auch ein Ziegelwerk. Bis die erste Hälfte des 19. Jhs. gab die Ernährung auch Spinnerei und Weberei, dann hatte sich auch Rádlo in die Entwicklung der Bijouterieherstellung gegliedert. Im Dorf verbreitete sich Perlenblasen, Schneiden der Edelsteine (zuerst Natursteine, dann Schleifen der Glassteine). Bekannt waren s.g."Rádlos Steine". Weiter waren hier 3 Fleischer, 2 Müller, 2 Schmiede, 5 Tischler, 1 Wagner, 1 Schuhmacher, 5 Bäcker und 17 Gasthäuser. 1939 waren hier 35 Hersteller der Bijouterie, 3 Fleischer, 3 Friseure, 2 Schneider, 4 Trafiken, 3 Bäcker, 8 Lebensmittelgeschäfte und 16 Gasthäuser.
Gemeindegeschichte RádloUrsprüngliche Verbindung mit umliegender Welt waren gewöhnliche Wege (nach Jablonec, Rychnov und Jeřmanice), 1890 (von 1.10. an) gelang es auf der Eisenbahn Turnov - Liberec eine Haltestelle Rádlo zu errichten, 1928 wurde eine regelmässige Buslinie nach Jablonec eingeführt. 1893 wurde in Rádlo ein Postamt eingerichtet.

Rádlo gehörte zur Pfarre Rychnov. In Rádlo wurde 1725-26 an der Stelle ehemaligen Glockenturm die Dreifaltigkeitskapelle aufgebaut (in die der Dreifaltigkeitsaltar 1730 aus Rychnov übertragen wurde). 1829 wurde zur Kapelle ein Turm angebaut, aber 1931 wurde die Kapelle mit dem Turm eingerissen und an dieser Stelle anstatt der Kapelle heutige Dreifaltigkeitskirche gemäss Entwurf des Architekten Rösslers aus Jablonec aufgebaut. Der Friedhof wurde 1853 errichtet, 1863 wurde er eingeweiht und 10 Jahre später eine Friedhofkapelle aufgebaut. 1930 wurde auf der Kreuzung nach Milíře ein Erstkriegsgefallenendenkmal aufgebaut. In Rádlo gab es auch einen Statuensatz „Getsemangarten“, der vom Garnhändler Hubner beschafft wurde. Heute sind die Statuen im Garten einer alten Pfarre in Jablonec n. N. eingeräumt (seit dem Jahre 1966) .

Gemeindegeschichte RádloEhemals wurde der Schulunterricht mit der Pfarre verbunden und so die Kinder von Rádlo in die Pfarrenschule in Rychnov und die Kinder von Milíře nach Jeřmanice gingen. 1783 wurde in Rádlo eine Schulklasse errichtet, 1876 wurde für die Schule ein Gebäude, 1861 ein grösseres Gebäude, und endlich 1891 heutiges Gebäude aufgebaut (nach 1950 renoviert). An Milíře wurde die Schule erst im Jahre 1883 aufgebaut.

Knapp vor dem Ersten Weltkrieg wurde 1914 eine Badeanstalt mit Kabinen und Imbiss geöffnet, in den Jahren 1927-28 wurde bei der Badeanstalt ein Sportplatz eingerichtet.

Gegenwärtig existiert das Dorf seit dem Jahre 1938, wenn Milíře, damals Ortschaft des Dorfs Jeřmanice, mit örtlichem Teil Milíře im Dorf Rádlo in eine Ortschaft verbunden und diese an Dorf Rádlo angeschlossen wurde.

Das Dorf Rádlo hatte im Jahre 1930 folgende örtliche Teile (In der Klammer Anzahl der Häuser): Dolní Ves (53), Prostřední Ves(29), Horní Ves (61), Dolní Háje (15), Horní Háje (80), Hájek (6), Dolánky (29), U turka (5), Brandl (2), Milíře (13), und Horní Dobrá Voda mit einem Jägerhaus bei Dolní Dobrá Voda (21).

Die Bevölkerung war bis 1945 sämtlich deutscher Nationalität, (1930 lebten in Rádlo nur 53 Tschechen, in Milíře 8 tschechen). Der Name des Dorfs Rádlo (auf deutsch Radl) ist jedoch der tschechischen Herkunft – gemäss Pflügwerkzeugen. Milíře (auf deutsch Kohlstadtt) hat seinen Name wahrscheinlich nach den Meilern, in den Holz aus umliegenden Wäldern gebrannt wurde. Dobrá Voda leitet seinen Name angeblich nach sehr gutem und schmackhaften Wasser ab, das war im Brunnen bei damaligem Gasthaus in Horní Dobrá Voda.

Gemeindegeschichte RádloSehr rege war gesellschaftliches Leben – vor Ort gaben es 15 Gasthäuser und eine Reihe der Vereine waren hier tätig: Veteranenverein (errichtet 1871), Leserverein (1872), Theaterverein (1879), Gesangverein Harmonia (1871), Musikverein (1866), Körperkulturverein (1885), Feuerwehrverein (1883), der sich auch eine Feuerwehrrüstkammer in den 20er Jahren aufgebaut, weiterhin wirtschaftliche Vereine und viele andere.

Charakteristik gegenwärtigen Zustandes des Dorfs

Rádlo ist ein typisches Vorortsdorf im Kerngebiet der Agglomeration von Liberec zwischen der Stadt Liberec und Jablonec n.N. knapp zu Rychnov n.N. Dank der Terrainkonfiguration erhielt es sich eine selbständige Position, auch wenn es im Gefällgebiet der Stadt Jablonec n.N. liegt, die einen dominanten Einfluss, sowohl durch die Verkehrsverbindungen, als auch durch Pendeln der Einwohner zur Arbeit, darauf hat.